Geschichte & Theorie 7 min

Johannes Itten und die Grundlehre

Johannes Itten (1888–1967), Schweizer Maler und Pädagoge, ist eine der wichtigsten Figuren der gestalterischen Bildung des 20. Jahrhunderts. Sein 'Vorkurs' am Bauhaus wurde zum Modell für gestalterische Grundlehren weltweit.

Johannes Itten und die Grundlehre

Wer war Itten?

Geboren in Süderen-Linden (BE), Maler, Lehrer, später Direktor verschiedener Kunstschulen — darunter Zürich (KGS, 1938–1954). Am Bauhaus (1919–1922) entwickelte er die Vorkurs-Pädagogik, die noch heute jedes Propädeutikum strukturiert.

Die Methode

Materialstudien (verschiedene Materialien systematisch erforschen), Formstudien (Grundformen, Kontraste, Spannungen), Farbstudien (sieben Farbkontraste — der Itten'sche Farbstern), rhythmische Übungen, Aktstudien. Pädagogisch: vom Konkreten zum Abstrakten, von der Beobachtung zur freien Gestaltung.

Was Itten falsch lag

Die spirituell-esoterische Verpackung (Mazdaznan-Bewegung, Atemübungen, Gewänder) ist heute überholt und teils peinlich. Die methodische Substanz aber — Material, Farbe, Komposition, Beobachtung — ist tragfähig geblieben.

Iten in der heutigen Bildung

Jeder Schweizer Vorkurs arbeitet, ob bewusst oder nicht, mit Itten'schen Methoden. Wer Itten verstanden hat, versteht die Pädagogik des Vorkurses.

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Tags: itten bauhaus geschichte paedagogik