Geschichte & Theorie 7 min

Frauen im Schweizer Design

Die kanonische Erzählung der Schweizer Designgeschichte (Müller-Brockmann, Hofmann, Ruder, Frutiger) ist überwiegend männlich. Das verzerrt die Realität — Schweizer Designerinnen haben das 20. Jahrhundert mitgeprägt, sie wurden nur weniger erinnert.

Frauen im Schweizer Design

Frühe Pionierinnen

Sophie Taeuber-Arp (1889–1943): Tanz, Textildesign, Architektur, abstrakte Kunst — eine der wichtigsten Schweizer Gestalterinnen überhaupt. Anni Albers (Bauhaus, am Werkbund engagiert) ähnlich wirkungsvoll, später emigriert. Mit Sigrid Calon, Lora Lamm, Verena Loewensberg etablierte sich eine starke Generation.

Die 1960er- und 70er-Jahre

Karin Bühlmann, Cornelia Künzler, Ursula Hiestand, Carmen Perrin — Designerinnen, die in Agenturen oder selbstständig arbeiteten, oft mit Auszeichnungen, aber selten kanonisiert. Ihre Wiederentdeckung erfolgt erst in jüngerer Zeit.

Heute

An Schweizer Designhochschulen sind Studentinnen heute deutlich in der Mehrheit. In Spitzenpositionen — Studio-Leitung, Hochschul-Lehre, Auszeichnungen — bleibt die Repräsentation aber unterdurchschnittlich. Eine bewusste Sichtbarkeitsarbeit ist nötig.

Vorbilder

Junge Gestalterinnen brauchen Vorbilder. Wer einen Vorkurs absolviert, sollte aktiv weibliche Positionen aufsuchen — Ausstellungen, Bücher, Vorträge, Mentoring.

Verzeichnis

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Tags: frauen geschichte diversitaet schweiz